Mobilitätshilfen beim Umzug: Besondere Anforderungen
Für Menschen, die auf Rollstühle, Rollatoren oder andere Mobilitätshilfen angewiesen sind, hat der sichere Transport dieser Hilfsmittel beim Umzug höchste Priorität. Diese Geräte sind nicht nur teuer, sondern für den Alltag unverzichtbar.
Warum besondere Sorgfalt nötig ist
- Hoher Anschaffungswert: Rollstühle und E-Rollstühle kosten oft mehrere tausend Euro
- Individuelle Anpassung: Viele Hilfsmittel sind auf den Nutzer maßgeschneidert
- Sofortige Verfügbarkeit: Nach dem Umzug muss das Hilfsmittel sofort einsatzbereit sein
- Empfindliche Technik: Elektrische Rollstühle haben sensible Elektronik
Rollstuhl verpacken und transportieren
Manueller Rollstuhl
Ein manueller Faltrollstuhl lässt sich relativ einfach transportieren:
- Sitzpolster und Rückenpolster abnehmen und separat verpacken
- Fußstützen abmontieren und in Packpapier einwickeln
- Rollstuhl zusammenklappen
- Bremsen anziehen
- In eine Decke einwickeln oder Stretchfolie umwickeln
- Aufrecht im Transporter fixieren
Elektrischer Rollstuhl
E-Rollstühle erfordern besondere Vorsicht:
- Akku vollständig laden vor dem Umzug
- Wenn möglich, Akku abnehmen und separat transportieren
- Joystick und Steuerungselemente mit Luftpolsterfolie schützen
- Elektronik vor Feuchtigkeit schützen
- Im Transporter sicher fixieren – E-Rollstühle sind schwer
- Ladegerät und Zubehör beschriftet in einen Karton
Sportrollstuhl
- Spezielle Räder abmontieren und einzeln in Luftpolsterfolie
- Rahmen in eine Decke einwickeln
- Achsen und Schnellspanner in Zip-Beutel
- Nicht stapeln – Rahmen können sich verbiegen
Rollator transportieren
Faltbarer Rollator
- Zusammenklappen und mit Packband sichern
- Einkaufskorb/-tasche abnehmen
- Bremsen anziehen
- In eine Decke oder Folie einwickeln
- Im Transporter so stellen, dass nichts darauf fallen kann
Rollator mit Sitzfläche
- Sitzpolster separat verpacken
- Zusammenklappen
- Tabletthalter und Zubehör abnehmen
- In Decken einwickeln
Weitere Mobilitätshilfen
Gehstöcke und Krücken
- Zusammenschieben, wenn möglich
- Mit Gummibändern bündeln
- In einen langen Karton oder zusammen mit Zeltstangen verpacken
- Gummikappen prüfen und bei Bedarf erneuern
Treppenlifter und Rampen
- Treppenlifter: Professionelle Demontage durch den Hersteller empfohlen
- Mobile Rampen: Zusammenklappen und in Decken einwickeln
- Elektrische Komponenten besonders schützen
- Anleitungen und Fernbedienungen separat verpacken
Pflegebett
- Matratze in Matratzenfolie verpacken
- Bettgestell nach Anleitung demontieren
- Elektronische Steuerung mit Luftpolsterfolie schützen
- Schrauben und Kleinteile in beschrifteten Beuteln
- Motor und Kabel separat und geschützt verpacken
Zubehör und Ersatzteile
Vergessen Sie nicht das Zubehör Ihrer Mobilitätshilfen:
- Ladegeräte und Netzteile in beschriftete Kartons
- Ersatzreifen und Schläuche
- Werkzeug für Einstellungen (Inbusschlüssel etc.)
- Sitzkissen und Rückenpolster
- Regenschutz und Thermodecken
- Reflektoren und Beleuchtung
Barrierefreiheit in der neuen Wohnung prüfen
Vor dem Umzug sollten Sie die neue Wohnung auf Barrierefreiheit prüfen:
- Türbreiten messen (mindestens 80 cm für Rollstühle)
- Schwellen und Stufen identifizieren
- Aufzug-Verfügbarkeit und -Größe prüfen
- Badezimmer auf Zugänglichkeit checken
- Parkplatz für behindertengerechtes Fahrzeug
Am Umzugstag
- Mobilitätshilfe als Letztes einladen und als Erstes ausladen
- Sicherstellen, dass die neue Wohnung sofort zugänglich ist
- Einen Ersatz-Rollstuhl oder Gehstock griffbereit haben
- Helfer für den Transport schwerer E-Rollstühle einplanen
- Alle Geräte sofort nach dem Ausladen auf Funktion prüfen
Fazit: Mobilitätshilfen haben Priorität
Beim Umzug haben Rollstühle und Mobilitätshilfen absolute Priorität. Sie müssen nach dem Umzug sofort einsatzbereit sein. Verpacken Sie empfindliche Elektronik sorgfältig, halten Sie Ladegeräte griffbereit und prüfen Sie die Barrierefreiheit der neuen Wohnung im Voraus.